Benzin sparen

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Inhaltsverzeichnis

Allgemeine Regeln zum Sprit sparen

Diese Regeln gelten für alle Fahrzeuge und auch für den Prius.

Vorausschauendes Fahren

  • Unnötiges Beschleunigen und Bremsen vermeiden - Auf kurzen Streckensegmenten sollte nur so stark beschleunigt werden, wie die Situation es erfordert. Unangemessen starkes Beschleunigen und anschließendes Bremsen bringt im Vergleich zum Spriteinsatz nur minimalen Zeitgewinn
  • Wenn möglich (und für andere zumutbar), das Bremsen überhaupt vermeiden und das Fahrzeug stattdessen im Leerlauf rollen lassen
  • Stillstand vermeiden - Beim Zufahren auf eine rote Ampel oder ein vorübergehendes Hindernis bremst man sinnvollerweise schon früh ab und lässt das Fahrzeug mit verminderter Geschwindigkeit weiterrollen. So erhöht man die Chance, das Bremsen bis zum Stand zu umgehen

Unnötige Zuladung vermeiden

Spezielle Regeln für den Prius

Benzin oder Elektrisch?

Eigentlich braucht man sich darüber kaum Gedanken machen. Der Prius entscheidet selbst. Ist man doch anderer Meinung kann man das Gaspedal kurz loslassen und wieder leicht betätigen um elektrisch zu fahren. Das funktioniert jedoch nur auf gerader Strecke bzw. wenn wenig Leistung benötigt wird. Läuft der Verbrennungsmotor trotzdem weiter kann das verschiedene Gründe haben (z.B. Hybrid-Stages). Bergauf und zum Beschleunigen sollte man besser den Verbrennungsmotor benutzen. (Gaspedal stärker betätigen)

EV-Taste

Die EV-Taste wirklich nur dann benutzen wenn der EV-Modus wirklich notwendig und sinnvoll ist. (Zum beladen von der Parklücke zur Haustür rollen oder geräuschlos das Grundstück verlassen.) Ansonsten gilt stets: Den Prius alleine entscheiden lassen welchen Antrieb er nimmt. Es sei denn, der Fahrer weiß etwas was die Steuerung des Prius nicht wissen kann. Z.B wenn man nur wenige Meter rangieren möchte oder sich sicher ist, das Fahrtziel rein elektrisch erreichen zu können.

Wer beispielsweise am Beginn eine Kurzstreckenfahrt im EV-Modus startet bis die Batterie leer ist zahlt später drauf, weil der Verbrennungsmotor weniger Zeit zum Aufwärmen hat und der Kaltlaufanteil dieser Fahrt größer wird.

In folgenden Fällen spart die EV-Taste Sprit

  • Beim Fahren kurzer Strecken im Schritttempo (beispielsweise Stop & Go)
  • Vor einer längeren Gefällestrecke welche die Batterie zu 100% auflädt
  • Wenn der Prius ohne Last kurz vor dem Fahrtziel versucht den Motor oder Kat auf Betriebstemperatur zu bringen
  • S4-Modus ...

Beschleunigen

Beim Beschleunigen sollte man die ICE möglichst in einem mittleren Leistungsbereich betreiben. Dies bedeutet, dass die Motordrehzahl deutlich erhöht ist, jedoch noch deutlich unter dem Maximalwert (wie erreicht bei Vollgas) liegt; der genaue Wert ist nicht kritisch[1]. Mit zu wenig Gas geht der Wirkungsgrad der ICE zurück; der Bordcomputer lässt dann oft etwas mehr Leistung erzeugen, um die Hybridbatterie zu laden und eine bessere Auslastung der ICE zu erreichen. Bei sehr viel Gas wird der Hybridbatterie Energie entnommen, die später wieder nachgeliefert muss. In beiden Fällen verursacht das Auf- und Entladen der Batterie gewisse Verluste.

Mit dem Gaspedal "Schalten"

Mit einer etwas schnelleren Bewegung des Gaspedals kann man die Übersetzung des Getriebes beeinflussen. Tritt man das Gaspedal etwas durch, so "schaltet" das Getriebe herunter und umgekehrt. Es empfiehlt sich insbesondere beim Beschleunigen, dieses bewusst zu nutzen und zu trainieren. Dazu nimmt man bei sinkendem Bedarf an Beschleunigung das Gaspedal stufenweise zurück und beobachtet den momentanen Verbrauch.

Bremsen

1. Zum Bremsen benutzt man am besten den Luft- und Rollwiderstand (Glide). Der Vorteil ergibt sich durch die geringe Bremswirkung, man kann so ohne jeglichen Verbrauch noch eine vergleichsweise große Strecke zurücklegen. Dazu lässt man das Gaspedal kurz los und betätigt es wieder ganz leicht. Auf der Energieanzeige sollten dann (mit etwas Übung) keine Pfeile mehr zu sehen sein. Geschwindigkeiten über 69Km/h werden wie elektrische Fahrt angezeigt(gelbe Pfeile).

2. Wenn diese Bremswirkung nicht ausreicht, kann man das Gaspedal loslassen und so die simulierte Motorbremswirkung nutzen. Es erscheinen die blauen Pfeile.

3. Nur wenn auch das nicht genügt sollte man die Fußbremse verwenden. Dabei gilt: Je sanfter man bremst, umso mehr Energie wird zurückgewonnen (in den Akku eingespeist).

Die Getriebewahlstufe "B" eignet sich ausschließlich zum Befahren langer "B"ergabstrecken, mit vollgeladener Hybridbatterie um überschüssige Energie zu vernichten!

Heizung und Klimaanlage

Im Winter am besten ganz ohne bis S4 erreicht ist. Ist natürlich nicht sinnvoll wegen Verkehrssicherheit (Scheiben, Bewegungsfreiheit wegen dicker Kleidung). Deshalb Heizung im Stand abschalten (1x A/C Knopf am Lenkrad) und wenn die Fahrt weitergeht und der Benziner ohnehin an ist, einschalten (1x A/C Knopf am Lenkrad). Und natürlich: Heizung klein stellen. 19° reichen am Anfang - schließlich haben die meisten eh die Jacken für 0° noch an.

Vor allem im Sommer und im Kurzstreckenverkehr lohnt sich ein herunterstellen der Heizung auf unter 16°C. Der Prius versucht zuerst den eingestellten Heizungswert zu erreichen. Dies wird durch einen längeren Einsatz des Verbrennungsmotor erreicht, auch dann noch wenn 7 Sonnen am Himmel stehen! Wenn Heizung und Klimaanlage total abgestellt werden, kann man, vor allem im Kurzstreckenbetrieb, ohne Komfortverlust (weil Heizung und Klimaanlage am Anfang wenig Wirkung haben), mit einer Ersparnis von einem halben Liter/100km rechnen.

Hybrid-Stages

Der Prius hat in den Hybrid-Stages S1 und S3 einen höheren Verbrauch. Besonders problematisch ist S3. Dieser Zustand wird nur beendet, wenn man mit laufenden Verbrennungsmotor ca. 10 Sekunden anhält.

Reifendruck

Ein hoher Reifendruck verringert den Rollwiderstand. Da aber herstellerseitig bereits recht hohe Werte angegeben werden lässt sich nicht mehr viel einsparen. Manche Priusfahrer erhöhen trotzdem auf bis zu 3 bar. Andererseits verringert ein hoher Reifendruck den Fahrkomfort. Darum nehmen manche Priusfahrer den leicht erhöhten Verbrauch inkauf und erniedrigen den Reifendruck gegenüber den von Toyota empfohlenen Werten.

Tempomat

Es gibt unter Priusfahrern zum Tempomaten zwei unterschiedliche Meinungen.

Meinung 1

Benutzen, benutzen, benutzen. Vor allem bei Geschwindigkeiten unter 100 km/h kann der sehr sparsam fahren. Zwar neigt der schon mal dazu, den Benziner eher anzuschalten als man das mit dem Fuß hinbekäme. Aber dafür schafft es die Elektronik den Verbrauch auf so geringe Werte runterzudrehen, wie man es niemals mit dem Fuß schafft.

Meinung 2

Der Tempomat dient beim Prius vor allem dem Komfort des Fahrers. Zum Spritsparen ist er nur bedingt einsetzbar. Verglichen mit der Fahrweise eines in der Spartechnik halbwegs erfahrenen Priusfahrers kann sich unterhalb von ca. 80 km/h und besonders auf bergigen Strecken ein Mehrverbrauch von 0,3-0,6 Liter/100km einstellen. Problemlos einsetzbar ist der Tempomat jedoch oberhalb von ca. 100 km/h auf ebenen Strecken und oberhalb von ca. 110 km/h in bergigem Gelände. Auch hier sollte er möglichst so bedient werden, wie es den Regeln vorausschauender Fahrweise entspricht.

Die Unterschiede in der Erfahrung zwischen Meinung 1 und Meinung 2 sind eventuell darauf zurückzuführen, dass die Vertreter von Meinung 1 einen Prius I fahren (von dem berichtet wird, dass er bei Lastwechsel eher gelassen reagiert), während der Prius II hier offensichtlich hektischer arbeitet und versucht, jede Geschwindigkeitsabweichung sofort zu korrigieren. Eine Fahrweise also, die der eines sparbewussten Priusfahrers widerspricht.

Fahren auf der Autobahn

Mit steigender Geschwindigkeit verliert die Fahrtechnik mehr und mehr an Bedeutung. Der Luftwiderstand dominiert und die absolute Geschwindigkeit bestimmt damit den Verbrauch. Mit steigender Geschwindigkeit gelingen fortgeschrittene Techniken (Warp Stealth und Glide) immer seltener und dann nur noch an immer steiler werdenden Gefällestrecken.

Fahren im Windschatten

Fahren im Windschatten kann sehr große Sprit-Einsparungen erbringen. Die dafür nötigen Fahrzeugabstände sind jedoch so gering, dass davon abgeraten werden muss. Bei deutlich sichereren Abständen kann sich die Ersparnis jedoch auch ins Gegenteil verkehren: Die Verwirbelung der Luft stört die ausgeklügelte Aerodynamik des Prius.

Fahren mit konstantem Verbrauch

Diese Fahrtechnik (Drive with Load) ist das Gegenstück zum Fahren mit Tempomat. Dabei wird mit konstantem (möglichst optimiertem) Verbrauch statt mit konstanter Geschwindigkeit gefahren. Wechselnde Geschwindigkeiten durch Steigungen und Gefälle nimmt man hierbei inkauf und macht ggf. nur leichte Korrekturen.

Weil der Verbrauch des Prius in weiten Bereichen nur von der Stellung des Gaspedals und unabhängig von der Geschwindigkeit ist, lässt sich diese Technik relativ leicht einsetzen. Obwohl sie sehr spritsparend sein kann, ist sie bei Steigungen >1-1,5 % vom Fahrgefühl her nicht sehr reizvoll. Ebenso benötigt sie einen gewissen Geschwindigkeits-Überhang, um an Steigungen nicht zu "verhungern". Eine möglicherweise notwendige heftige Korrektur (gasgeben) könnte die vorhergehenden Spritersparnisse zunichte machen.

Fortgeschrittene Spartechniken für den Prius

Alle diese Techniken erfordern vom Fahrer ein hohes Maß an Konzentration sowie einen häufigeren Blick auf den Energiemonitor (oder viel Erfahrung). Damit stellen sie eine potentielle Verkehrsgefährdung dar und sollten angemessen eingesetzt werden. Ebenso können manche Spritspartechniken andere Verkehrsteilnehmer behindern.

Sparsamer Einsatz des Akkus

Rollen Lassen (Glide)

Beim Glide bewegt sich Prius ohne Antrieb von ICE und MG1 und MG2 sowie ohne Laden der Batterie (Rekuperation). Alle Pfeile auf dem Energiemonitor sind aus.

Stealth und Warp Stealth

Warp Stealth

Pulse and Glide

Pulse and Glide

Den eigenen Fahrstil für eine Strecke optimieren

Für Priusfahrer mit besonderen Ambitionen bezüglich Spritsparen gibt es keine Alternative, als ihren Fahrstil im Zusammenhang mit den Besonderheiten des Prius und ihren typischen, häufigen Fahrstrecken zu testen. Es gibt kein seligmachendes Konzept für niedrigen Verbrauch. Es gibt jedoch für jede bekannte Strecke wohl einen optimalen Mix von Strategien den man durch Tests herausfinden kann.

Testfahrten

Vergleichende Testfahrten zur Optimierung der eigenen Technik sollten grundsätzlich so ausgelegt werden, dass sie auf derselben Strecke hin- und zurückführen. So vermeidet man die erheblichen Verfälschungen durch Höhenunterschiede und Wind. Wenn möglich, sollten sie kurz hintereinander durchgeführt werden um ähnliche Bedingungen zu gewährleisten. Der SOC der Batterie kann zu Beginn und Ende einer Testfahrt sehr unterschiedlich sein und das Ergebnis stark verfälschen.

Web-Links

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